Eunike Grahofer, die Autorin dieses Buches, ist eine Kräuterpädagogin aus dem Waldviertel in Österreich. Die ehemalige Stadträtin und Bürgermeisterin a.D. schreibt Kolumnen für unterschiedliche Medien und ist zu Gast im Radio und TV. Ihre Vision besteht darin, Pflanzenwissen von früheren Generationen für das Wohlbefinden aller einzusetzen und zu bewahren.
Ihr reich bebildertes Werk beginnt mit einem Vorwort von Sigrid Hirsch, wo diese sich klug mit den Fragen beschäftigt, wie wichtig Wurzeln sind und was die Wurzeln unserer Heilpflanzen mit uns zu tun haben.
Alsdann folgt die mehrseitige Einleitung, der man zuallererst entnimmt, dass die Pflanzensammler des Mittelalters "Wurzkrämer" hießen. Der Kräutergarten habe man damals "Wurzgarten" genannt und die Kräutersammler "Wurzgräber". Der Begriff "Gewürz" leitet sich demnach auch von "Wurzel" ab.
"Wurzgräber" und andere Kräuterheilkundige versorgten vormals die Apotheken mit ihren Funden und erhielten im Gegenzug andere Zutaten, mit denen sie ihre Salben, Brände und Wunderheilmittelchen herstellten.
Wurzeln hätten schon immer in der Menschheitsgeschichte als Medizin aber auch als Grundnahrungsmittel gedient. Aufgrund ihrer Inhaltstoffe hätten sie das Überleben gesichert.
Man erfährt Wissenswertes über unterschiedliche Wurzelarten und auch, woraus die Wurzeln bestehen. Aufgeklärt wird man in der Einleitung bereits, wie man Wurzeln erntet, reinigt und schließlich verarbeitet. All dies wird sehr gut erläutert. Abgerundet wird die Einleitung mit interessanten Informationen im Hinblick auf die Inhaltsstoffe, u.a. auch solche, die artfremde Nachbarpflanzen vergiften oder aber das Pflanzenwachstum ihrer Nachbarn fördern, so etwa Klee, der einigen Getreidearten beim Wachstum hilft.
Viele Pflanzenwurzeln sind der Gesundheit von uns Menschen förderlich. Weit mehr als 100 Pflanzen inklusive ihrer Wurzeln werden vorgestellt. Man lernt jeweils auch den lateinischen Namen kennen und erfährt eingangs durch ein Merkwort, worum es bei jeder Pflanze geht. Stets gut aufgeklärt wird man über das Aussehen der Pflanze und ihren Wurzeln, über die Ernte, den Volksnamen, den Pflanzennamen, den Standort, die Inhaltsstoffe und Eigenschaften, des Weiteren über den Geschmack, die Verwendungsmöglichkeiten, allgemein Interessantes und Verwendungsart. Dazu gibt es noch Anekdotisches und Historisches sowie jeweils einen guten Beitrag zur Volksheilkunde. Fotos von den fokussierten Objekten machen zusätzlich neugierig.
Eine Fülle von Rezepturen, die jeweils sehr gut beschrieben sind, laden dazu ein, zu experimentieren und zu prüfen, so etwa ob der Genuss von "Schwarzwurzel-Salat", tatsächlich die Hirntätigkeit anregt, die Harnsäure senkt und bei "Osteoporose" hilft oder "Spitzwegerich", (er wächst bei mir zuhauf im Biogarten), zu Pulver (die Wurzel) zermahlen, gut für eine starke Lunge ist. Demnach ein Geheimtipp für Sänger.
Ich entdecke gerade die "Taigawurzel". Das soll die Wurzel für Langlebigkeit sein. Die Tinktur daraus, die man selbst problemlos zubereiten kann, erhöhe die geistige und körperliche Ausdauer und diene der Stresstoleranz.
Was noch? 15 Videos helfen, die Inhalte zu vertiefen und sollen das Lesen zu einer interaktiven Entdeckungsreise machen. Ich empfehle Rauchern das Video über "Kalmus", der Wurzel, die für die Raucherentwöhnung zweckdienlich ist.
Alles in allem ein lobenswertes Standardwerk in punkto Wurzeln und deren Verwendung, das man unbedingt zuhause haben sollte, wenn man Naturheilmittel für die eigene Gesundheit zu schätzen weiß und deshalb viel darüber wissen möchte.
Maximal empfehlenswert.
Helga König
Überall im Buchhandel erhältlich.



